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Das Märchen von der Sichtachse

© De zwarte Hond

Was von De zwarte Hond in der Visualisierung als Sichtachse präsentiert wird, zeigt allenfalls den Blick von einem Standort auf dem sog. Eulenhofgrundstück. Das
hier folgende Foto des Stadtmodells zeigt deutlich, dass es die von De zwarte Hond behauptete Sicht von den Havenwelten zur Großen Kirche nicht gibt, ja gar nicht geben kann:

Der Blick vom Eingang der Havenwelten zur Innenstadt zeigt im Übrigen, wie schmal eine Blickachse sein könnte, die mehr als den Turm der Großen Kirche zeigen würde:

© V. Heigenmooser

Selbst die Studie von Gerber Architekten macht deutlich, dass es die geforderte (oder behauptete) Sichtachse nicht gibt:

© Gerber Architekten

So positiv viele Vorstellungen in der Studie von De zwarte Hond sind, so negativ ist die wie aus dem Nichts entstandene Vorstellung einer Sichtachse zwischen Innenstadt (Große Kirche) und Havenwelten (Eingangsbereich van-Ronzelen- Straße), die höchstens im Grundriss vorhanden wäre. Abgesehen davon, dass eine allfällige Sichtachse selbst bei einem Abbruch des Nordbereichs des Columbus- Centers ausgesprochen schmal wäre, würde die begrüßenswerte weitere Begrünung auf dieser „Sichtachse“ eine wirksame Sichtbarriere werden, wie folgendes Foto aus der Perspektive unmittelbar vor dem ehemaligen Seeamt zeigt, und so die „Sichtachse“ ad absurdum führen.

© V. Heigenmooser

Mit der Idee einer Sichtachse zwischen Havenwelten und Innenstadt werden zwei Bedingungen gesetzt: Zum einen wird das historische orthogonale Raster der bremischen Stadtgründung Bremerhavens verändert, zum anderen könnte eine Sichtachse nur mit dem Abriss des relativ neuen Anbaus am Columbus-Centers und dem nahezu vollständige Abriss des alten Karstadt-Gebäudes hergestellt werden. Ökonomisch, ökologisch und historisch-ästhetisch wäre das ein absurdes Unterfangen.

Zudem: Die Trennung zwischen Innenstadt und Havenwelten kann tatsächlich nur aufgehoben werden, wenn die Columbus-Straße bis unter die Galerie des Columbus- Centers zurückgebaut wird. Dazu kann auf bereits vorhandene Konzepte wie die Bernard-Studie von 2021 zurückgegriffen werden. Zu diesem Punkt sind sich übrigens alle Innenstadtgutachten wie das von Urbanista und auch das von De zwarte Hond einig.